Samstag, 5. Juni 2010

Mein Tagebuch


Seit etwa sieben Jahren führe ich ein Tagebuch. Genau genommen ist es kein Tagebuch, ich schreibe da nämlich nicht täglich hinein. Ich schreibe am Morgen dann und wann mal meine Gedanken hinein. Es kann vorkommen, dass dies einige Tage hintereinander geschieht. Es kam aber auch schon vor, dass ich einen Monat lang keinen Eintrag machte. Das Tagebuch ist für mich eigentlich ein Gebetsbuch. Es sind meine Gedanken an Gott, meine Gefühle, die ich vor Ihm in Worten ausdrücken will. Ich versuche Erfahrungen aufzuschreiben, die mich dankbar machen. Ich notiere Erlebnisse, wo ich Gottes Eingreifen erlebt habe. Und ich schreibe Sorgen, Fragen und Nöte auf, die mich umtreiben. Auf dem Buchdeckel habe ich geschrieben: «Wenn du Gott bist, bitte öffnen!» Ich denke, dass bisher niemand, mein Zwiegespräch mit Gott mitverfolgt oder gelesen hat. Weshalb schreibe ich denn alles auf? Im Grunde genommen ist es eine durch und durch selbstbezogene Sache, die mir selber gut tut. Beim Schreiben komme ich zur Ruhe. Ich ordne meine Gedanken und finde oftmals Frieden für meine Seele, die hin und wieder richtig aufgewühlt ist. Dann wieder hatte ich irgendwann eine Frage oder ein Gedanke für kommende Zeiten notiert, und ich werde ermutigt durch die Tatsache, dass sich eine Antwort ergeben oder eine eingeschlagene Richtung bestätigt hat. Es kommt auch vor, dass ich eine Frage oder ein Anliegen immer wieder notiere. Ich denke nicht, dass dies ein Problem für Gott ist. Vielmehr zeigt es mir, wo ich anscheinend selber ein Problem habe. Manches löst sich plötzlich und verschwindet. Anderes bleibt unbeantwortet und begleitet mich weiterhin ungelöst. So oder so möchte ich aber dieses Tagebuch und die Zeiten des Schreibens und Lesens nicht missen. Gerade durch dieses Buch wurden für mich die folgenden Psalmworte sehr nachvollziehbar: «Still und ruhig ist mein Herz, so wie ein sattes Kind im Arm der Mutter - still wie ein solches Kind bin ich geworden.» Psalm 131,2

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