Freitag, 25. September 2009

Sex im Wandel


Es gab tatsächlich Zeiten und es gibt tatsächlich Orte auf diesem Planeten, wo der Geschlechtsverkehr in erster Linie zum Zeugen von Kindern dient. Es geschieht dies vor allem in einem Umfeld, wo das Bewusstsein der Abhängigkeit von den zukünftigen Generationen stark vorhanden ist. Es ist nicht zufällig, dass in ärmeren Ländern oder zu Zeiten als unser Sozialsystem noch nicht so stark ausgebaut war, Familien mit sieben und mehr Kindern keine Ausnahme bildeten. Wer seinen letzten Lebensabschnitt wirtschaftlich und sozial sichern wollte, zeugte Kinder, die ihn später versorgen würden. Und weil die Kindersterblichkeit hoch war, lag die Kinderzahl eher bei zehn als bei drei.
Heute erklärt "Dr. Sex" in "20 Minuten" wie eine 14Jährige ohne das Wissen ihrer Eltern zur Pille gelangen kann. Es ist ja klar, wer geschlechtsreif ist, soll heute seinen Spass haben dürfen. Denn dazu ist doch Sex da. Sex in jeder Zeitung, Sex an allen Orten, Sex in allen Lagen. Die Sexualität im Wandel der Zeit hat soweit geführt, dass Prostituierte in Zukunft als Sexarbeiterinnen Steuern zahlen werden. Natürlich nicht um die kommende Generation zu formen, sondern bloss aus Spass.
Während die Generation meiner Eltern lernen musste, dass Sex auch Spass machen darf, werde ich meinen Kindern einmal erklären müssen, dass Sexualität auch zur Fortpflanzung dient. Schade, dass wir vom einen Extrem der Tabuisierung der Sexualität ins andere Exterm der Sexualisierung unserer Gesellschaft geschlittert sind. Denn die goldene Mitte wäre nicht bloss für den Einzelnen das beste, sondern auch für die kommende Generation! Dass die Bibel beide Aspekte der Sexualität zum Thema hat, dürfte viele überraschen. Aber es ist so, die Lust und die Fortpflanzung sind Gaben Gottes an den Menschen: In 1. Mose 1, 28 steht: "Und Gott segnete sie und sprach zu ihnen: Seid fruchtbar und mehret euch." Und im Hohelied 4,5 lesen wir: "Deine beiden Brüste sind wie junge Zwillinge von Gazellen, die unter den Lilien weiden." Ideal ist es, wenn die beiden Aspekte der Sexualität in einer Beziehung von gegenseitigem Vertrauen und von Verbindlichkeit gelebt werden.
erschienen in Berner Oberländer vom 25.09.09

Dienstag, 22. September 2009

Angstgesteuert


Es ist ja eher selten, dass Menschen offen über ihre Ängste reden. Trotzdem werden in letzter Zeit je länger je mehr Ängste offenbar; auch unter Christen. Das Gefährliche an der Angst ist eigentlich nicht ihr Vorhanden-Sein, sondern ihre Auswirkung auf mein Denken und Handeln. Angst lähmt und verhindert klares Denken und im dümmsten Fall, lässt sie mich mein Vertrauen auf Gott vergessen oder sogar verlieren; ausser ich gehe mit meiner Angst dorthin, wo sie hin gehört: abgelegt bei Jesus. Wenn ich verschiedene öffentliche Debatten von Christen über aktuelle Themen verfolge, werde ich den Verdacht nicht los, dass wir uns zu oft von der Angst steuern lassen: Ich denke da zum Beispiel an unsere Diskussionen über biometrische Pässe, Minarette oder Harmos. Es gibt bei allen drei Themen vernünftige Argumente dafür und dagegen. Aber waren unsere Debatten nicht vor allem von Ängsten geprägt, statt von Vertrauen auf Gott? Ich bestreite nicht, dass man aus dem Vertrauen auf Jesus auch zu einem Gegner der genannten Vorlagen werden kann. Aber gerade als Nein-Sager müssen wir uns überprüfen, ob mein Nein nicht von inneren Ängsten provoziert wurde, die mein Denken und Vertrauen beeinträchtigt haben. Als Befürworter andererseits müssen wir uns fragen, ob unser Vertrauen nicht Gleichgültigkeit oder Leichtfertigkeit geworden ist aus der Angst zur Opposition zu gehören. So oder so: „In der Welt da habt ihr Angst, aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden!“, sagt Jesus. Christen sollten Menschen sein, die nicht durch Angst gesteuert werden, sondern durch das Vertrauen auf den Herrn, der die Welt überwunden hat.
erschienen in idea Spektrum 22. Sept. 2009

Samstag, 5. September 2009

Grosser Rat will «christlich-abendländischen Wert stärken»


Der Grosse Rat will die «christlich-abendländischen Werte stärken». Er hiess ein Postulat aus EVP- und EDU-Kreisen gut.

"Wir wollen keine fundamentalistischen Ansichten vermitteln und niemanden zum Glauben bekehren", versicherte Philippe Messerli (EVP, Nidau). Die Motion, die von Marc Jost (EVP, Thun) und dem inzwischen in den Nationalrat nachgerutschten Andreas Brönnimann (EDU, Belp) mitunterzeichnet worden war, bezwecke zweierlei: «Eine bessere Umsetzung des bestehenden Lehrplans in Bezug auf den Religionsunterricht», und dass sich der Erziehungsdirektor auch im neuen Lehrplan für die Vermittlung christlich-abendländischer Werte einsetzt.

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SP, Grüne und die BDP lehnten den Vorstoss ab. Zu gross war die Angst, die konfessionelle Neutralität der Schule würde beschnitten. Nachdem Messerli die Motion in einen unverbindlichen Prüfauftrag umgewandelt hatte, sah Erziehungsdirektor Bernhard Pulver nur noch «kleine Differenzen». Der Rat nahm das Postulat mit 84 Ja zu 48 Nein bei 13 Enthaltungen an.

BZ vom 4.9.09