Samstag, 20. Dezember 2014

Mein Grabstein

Nach gut sieben Jahren schreibe ich meine letzte Kolumne für das Sonntagsblatt. Was ist geblieben? Was hat es bewirkt? Eine spannende Frage, die ich aber nicht selber beantworten kann. Natürlich habe ich auch Rückmeldungen erhalten. Die grosse Mehrheit war sogar positiv und viele drückten aus, dass ihnen Beiträge eine Ermutigung, ein Gedankenanstoss oder eine Vertiefung waren. Wenn Sie mir ein Feedback nach all diesen Jahren schreiben möchten, freue ich mich natürlich.

Was war mein Ziel mit den über 70 Beiträgen? Was war meine innerste Überzeugung, die ich teilen wollte? Wenn mich jemand nach der tiefsten Überzeugung oder schlicht nach dem Wichtigsten im Leben fragt, dann denke ich oftmals an meine Beerdigung. Ich überlege dann, was wird bei meiner Grabrede gesagt? Was wird auf meinem Grabstein stehen? Wofür möchte ich in Erinnerung bleiben?

Ich möchte gerne als jemand in Erinnerung bleiben, der Jesus Christus als einen vertrauten Freund sieht. Und ich möchte Menschen ermutigen, sich auf diesen Gott einzulassen, der seinen Sohn Jesus als Menschen in seine Schöpfung sandte. Das Eigentliche von Advent und Weihnachten – Christus -, das ist das Zentrum meines Lebens. Und ich wünsche mir, dass viele Menschen diesen Frieden, den ich in einer persönlichen Gottesbeziehung gefunden habe, auch teilen können.

In dieser Welt gibt es wirklich Zeiten und Orte für alles: Freude, Erfolg und Erfüllung, aber auch Leid, Zerstörung und Krieg. Ich habe nicht alles selber erfahren und gesehen, aber ich habe erlebt, dass jede Lebenssituation als Freund von Jesus anders ist. Diese Gewissheit der Liebe und Zuwendung Gottes an uns in allen Situationen gibt eine grosse Kraft und einen tiefen Frieden, die ich nie missen möchte. Wenn ich also etwas auf meinem Grabstein lesen möchte, dann etwa dies: „Nichts auf dieser Welt kann uns Menschen von der Liebe Gottes trennen; in dieser Gewissheit lebte Marc Jost.“ Ich wünsche Ihnen, dass Sie diese Liebe Gottes gerade in dieser Weihnachtszeit erfahren können.

Letzte Kolumne im Berner Oberländer vom 19.12.2014