Sonntag, 16. Oktober 2011

Noch ein Dessert?

Während ich mir überlege, ob ich mir nach einem üppigen Nachtessen im Restaurant noch ein Dessert mit Espresso gönnen soll, kämpfen sich am Horn von Afrika Mütter mit ihren Kleinkindern über mehrere Wochen durch karges Gelände, bis sie nach entbehrlicher Reise und dem Verlust von vielleicht zwei Kindern mit den verbleibenden drei abgemagerten Kleinen im Flüchtlingslager eintreffen. So krass sind die Gegensätze auf unserem Planeten. So gross sind die sozialen Ungerechtigkeiten in unserer modernen globalisierten Welt.
Am Welternährungstag, dem 16. Oktober, ist es gut sich Gedanken darüber zu machen, was die hungernden Menschen in Somalia, Kenia und Äthiopien mich angehen. Warum soll ich mich mit diesem Leid auseinandersetzen? Kann ich überhaupt etwas ändern?
Es gibt Dinge, auf die ich keinen Einfluss habe. Es ist zum Beispiel eine unveränderliche Tatsache, dass einige Menschen in Ländern mit mildem Klima, fruchtbarem Boden, perfekter Infrastruktur, grossem Wohlstand und unvergleichlicher Sicherheit geboren werden. So ein Mensch bin ich. So ein Ort ist die Schweiz. Es ist eine ebenso unveränderliche Tatsache, dass andere Menschen in Ländern mit Wüstenklima, kargen Böden, schlechten Strassen, extremer Armut und brutalster Kriminalität geboren werden. Solche Menschen gibt es mehrere hundert Millionen. So ein Ort ist beispielsweise Somalia.
Was aber kann ich ändern? In der Bibel wird dem Menschen der Auftrag gegeben, die Erde an Gottes Stelle zu verwalten. Zu dieser Aufgabe der Haushalterschaft gehört auch, die Güter dieses Planeten gerecht zu verwalten und dafür zu sorgen, dass die Bedürftigsten nicht vergessen gehen. Die meisten Leserinnen und Leser sind in der Lage, nicht nur ihren eigenen Lebensunterhalt zu finanzieren, sondern je nach Lebensstil und Höhe des Einkommens bleiben sogar finanzielle Ressourcen übrig. Überprüfen Sie doch am Welternährungstag Ihre Verantwortung. Was liegt in Ihren Möglichkeiten? Können Sie einen kleinen Beitrag für eine gerechtere Welt leisten? Sie finden bestimmt Formen und Organisationen, welche den Menschen direkt und langfristig vor Ort helfen.
Link: http://www.allianz-hunger.ch/

Dienstag, 4. Oktober 2011

Wie wählen?


Am 23. Oktober sind Nationalratswahlen:
Nehmen Sie eine leere Liste! Schreiben Sie oben bei "Liste Nr." 11 und EVP! Dann Marc Jost 2mal auf Ihren Wahlzettel (Kand.-Nr. 11.03.7)! Herzlichen Dank!

Samstag, 1. Oktober 2011

Hilfe, Mission!


Die vergangene Woche hatte es in sich. Am Montag war die erste Frage, die mir auf einem öffentlichen Podium gestellt wurde: «Machen Sie eigentlich Entwicklungszusammenarbeit, um zu missionieren?» Einen Tag später begegnete ich für ein Vorbereitungstreffen Sheryl Haw, der Direktorin von «Micah Network». Sie erklärte dem Team, was sie unter integraler Mission versteht: «Integrale Mission ist von bedingungsloser Liebe und Dienen gekennzeichnet, und sie ist nicht Mittel zum Zweck.» Und dann erreichte mich Mitte Woche eine Vorstossantwort der Berner Regie­rung, worin sie schreibt: «Bei Fürsor­ge, Jugend- und Sozialarbeit liegt das Motiv für das Handeln von Freikirchen in der Verbreitung der eigenen Glaubensrichtung und der Gewinnung neuer Mitglieder. Es fehlt damit auch für diese Tätigkeiten an der Gemeinnützigkeit im Sinne der Steuergesetzgebung.»
Was um alles in der Welt lässt praktizierte Nächstenliebe in unserer Gesellschaft als gefährlich erscheinen? Oder wie anders als mit Furcht vor christlicher Mission lässt sich diese Grundstimmung im 21. Jahrhundert beschreiben? Ob ich über Entwicklungshilfe, Jugendarbeit oder gar Politik diskutiere: Regelmässig wird mir unterstellt, ich wolle mein Gegenüber unter falschen Vorwänden über den Tisch ziehen.
Ist es die orientierungslose Situation, in der sich die Mehrzahl der Menschen heute befindet? Oder sind es die misslungenen Beispiele von christlicher Lebensführung, welche Menschenseelen noch heute wie neu zu erobernde Kontinente aufs Korn nehmen? Wahrscheinlich spielt beides zusammen gegen uns. Und ich werde Tag für Tag erklären müssen, dass meine Mission schlicht darin besteht, die empfangene Liebe Gottes mit anderen Menschen zu teilen.