Montag, 10. Mai 2010

Mutter aller Mütter

Auf den ersten Seiten der «Heiligen Schriften» des Alten Testaments begegnen wir der ersten Mutter der Menschheit: Eva, ihr Name bedeutet die Leben Spendende. Man könnte auch sagen, sie ist die Mutter aller Mütter. Von ihr können Mütter – aber nicht nur sie – viel lernen. Schon im ersten Schöpfungsbericht der Bibel kommt sie vor: «Gott schuf den Menschen nach seinem Bild, er schuf Mann und Frau.» Frauen waren also von Beginn weg nicht zweite Wahl (!). Im Gegenteil, der Mensch entspricht laut der Bibel dann am meisten dem Bilde seines Schöpfers, wenn Mann und Frau zusammen sind und eine Einheit bilden. Nur dann kann die Frau auch zur Mutter werden. Im zweiten Schöpfungsbericht gleich anschliessend erfahren wir noch einige weitere Einzelheiten über Eva: Sie passt sehr gut zu ihrem Gegenüber (Adam): «Endlich jemand wie ich»! Sie gehört zu mir («Fleisch von meinem Fleisch»)! Sie ist eine Hilfe (wörtl. Rettung!), die ihrem Mann entspricht. Sie ist für den Mann der Grund, alles stehen und liegen zu lassen und mit ihr zusammen zu leben (1. Mose 2,24). Die Bezeichnung «Hilfe» für Eva wird übrigens an anderer Stelle in der Bibel für Gott selber (!) verwendet. Ehemänner und Kinder können bestimmt nachvollziehen, dass die Bibel das Handeln einer Mutter mit dem von Gott selber vergleicht. Natürlich ist da aber auch die andere Seite. Eva ist es dann auch, die sich das Leben im Paradies zusammen mit ihrem Mann verscherzt: Sie will sein wie Gott und ihr Leben selbst in die Hand nehmen. Ihr Misstrauen gegenüber Gott hat schliesslich die Konsequenz, dass ihr Leben als Mutter beschwerlich wird; sei es, was die Schwangerschaft oder auch die Beziehung zum Ehemann angeht (1. Mose 3,16). Von nun an lebt die Menschheit in der harten Wirklichkeit einer unsicheren Welt. Eva trauert mit ihrem Mann dem verlorenen Paradies nach und muss damit fertig werden, in einer Welt voller Scham, Schmerz und Schelte zu leben. Nur gut, dass das EVA-ngelium auch für alle Nachkommen der Mutter aller Mütter gilt!
Berner Oberländer, 8. Mai 2010