Freitag, 2. März 2012

Ich war krank...

„Hauptsache, man ist gesund!“ Das höchste Gut ist die Gesundheit, könnte man meinen, wenn man der OECD glaubt: Als Schweizer geben wir zehn von 100 Franken für unsere Gesundheit aus. Damit sind wir weltweit auf Rang drei. Und in der Tat ist Gesundheit wichtig für uns. Das erkennen wir auch, wenn wir die Finanzen weglassen. Wie schnell können uns Kopf-, Zahn- oder Bauchschmerzen völlig aus der Bahn werfen! Wie stark wird eine Gesellschaft in ihrer Entwicklung ausgebremst, wenn Krankheiten wie Aids, Malaria oder Tuberkulose wüten!
Ganz klar, niemand ist gerne krank. Und doch ist Krankheit immer wieder eine Realität, wenn nicht im eigenen, so doch im Leben von Freunden, Bekannten und Verwandten. Und das Ausmass der eingeschränkten Funktionsfähigkeit kennt alle Variationen. Verständlich, dass auch in der Kirche Gesundheit, Heilung und Wohlergehen Hochkonjunktur haben.
Manchmal rückt das Bemühen um Gesundheit so sehr ins Zentrum, dass der Kranke selber - als Mensch - beinahe vergessen geht. Gerade mit dem Mehr an Technologie, welche die medizinischen Eingriffe mehr und mehr prägt. Dabei wäre gerade die Begegnung und Beziehung zum kranken Menschen ein verheissungsvoller Akt. Gott verspricht nämlich dabei nichts weniger, als ihm ganz persönlich zu begegnen! Sie finden das übertrieben? Lesen Sie selber: „Denn ich bin hungrig gewesen und ihr habt mir zu essen gegeben. Ich bin durstig gewesen und ihr habt mir zu trinken gegeben. Ich bin ein Fremder gewesen und ihr habt mich aufgenommen. Ich bin nackt gewesen und ihr habt mich gekleidet. Ich bin krank gewesen und ihr habt mich besucht. Ich bin im Gefängnis gewesen und ihr seid zu mir gekommen. … Was ihr getan habt einem von diesen meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir getan.“
Eine Gottesbegegnung beim Krankenbesuch, das versprechen die Worte Jesu in seinem Gleichnis zum Weltgericht. Und nicht nur das, er macht gerade unseren Umgang mit kranken Menschen zum Kennzeichen für Menschen, die sich von Gott haben gerecht machen und verändern lassen. Wer Gott begegnet ist und ihm Raum gibt, wird ihn gerade auch im Schwachen, Gefangenen, Fremden, Armen und Kranken suchen. Denn genau mit dieser Gruppe von Menschen identifiziert sich Gott besonders. Daran hat Jesus, der „herunter gekommene Gott“ keinen Zweifel gelassen! Möchten Sie Gott übers Wochenende begegnen, dann besuchen Sie einen kranken Menschen!

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