Donnerstag, 9. April 2009

Wahlen 2010: EVP will einen Sitz in der Regierung

Die EVP des Kantons Bern rechnet sich bei den kantonalen Wahlen von 2010 Chancen auf einen Sitz im Regierungsrat aus. EVP-Grossrat Marc Jost

EVP-Grossrat Marc Jost (Bild: Andreas Blatter)

Sie tritt höchstwahrscheinlich mit Grossrat und Pfarrer Marc Jost aus Thun und dem Ingenieur Patrick Gsteiger aus Moutier an.

Die Delegiertenversammlung der EVP muss diesen Vorschlag der Geschäftsleitung am 25. April noch bestätigen, wie die Partei am Freitag mitteilte. Chancen auf einen Sitz sieht die EVP, weil bei den nächsten Wahlen die ausseramtlichen, vorgedruckten Wahlzettel nicht mehr erlaubt sind.

«Erstmals gleiche Wahlchancen»

Diese Zettel hätten den beiden grossen politischen Blöcken einen entscheidenden Vorteil verschafft. «Zum ersten Mal überhaupt haben Kandidierende der blockunabhängigen EVP die gleichen Wahlchancen», frohlockt die Partei.

Die Kandidaturen der EVP richteten sich nicht gegen eine bestimmte Partei oder ein bisheriges Regierungsmitglied, heisst es weiter. Die Stimmenanteile der letzten kantonalen Wahlen zeigten aber, dass Rot-Grün derzeit mit einem Sitz übervertreten sei.

Vorschläge sind auch regionalpolitisch motiviert

Marc Jost ist Pfarrer beim Evangelischen Gemeinschaftswerk in Thun, verfügt auch über ein Primarlehrerpatent und sitzt seit 2006 im bernischen Grossen Rat. Er wurde 1974 geboren, ist verheiratet und hat drei Kinder.

Patrick Gsteiger kam im Jahr 1967 zur Welt, ist ebenfalls verheiratet und hat zwei Kinder. Der Mitinhaber eines Ingenieurbüros wohnt heute in Perrefitte. Er arbeitete früher als Kantonspolizist und Generalsekretär ad interim des Bernjurassischen Rats.

Die EVP spricht in ihrer Mitteilung von zwei profilierten Köpfen, doch haben auch regionalpolitische Überlegungen eine Rolle gespielt, wie EVP-Geschäftsführer Ruedi Löffel auf Anfrage sagte.

Die EVP wollte eine deutschsprachige und eine französischsprachige Kandidatur und sie wollte mit dem in Spiez aufgewachsenen Jost dem Oberland «eine Offerte bieten», wie Löffel sagte. Seit dem Ausscheiden des jetzigen Ständerats Werner Luginbühl sei dieses ja nicht mehr in der Regierung vertreten.

SDA-Meldung vom 27.03.2009

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