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Grosse Pläne?

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Auf der Erde leben heute über 7 Milliarden Menschen. Rund 10 Prozent davon wohnen in Europa, oder gut 1 Promille der Welt lebt in der Schweiz. Meine Agglomeration macht etwa 1 Prozent der Schweizer Bevölkerung aus, und unsere Familie macht etwa 0,001 Prozent unserer Stadt aus.  Wenn ich als Vater meine vier Kinder beeinflusse, habe ich rechnerisch einen direkten Einfluss auf 0,000000057 Prozent der Weltbevölkerung. Gott sei Dank nicht mehr, werden die einen sagen! Dann richtet er nicht mehr Schaden an. Was ist das schon, denken andere. Sich selber als wirksam erleben: Dieses Bedürfnis wächst schon als kleines Kind. „Freude am Effekt“ ist wahrscheinlich die erste Bezeichnung, die man in der Entwicklungspsychologie dafür gefunden hat. Ich bin überzeugt, dass dieser Effekt – etwas in der Welt bewegen zu wollen – von Gott in uns Menschen gelegt wurde. Gott hat mit jedem Menschen etwas ganz Persönliches und Individuelles vor. Für ihn sind wir nicht nur eine Nummer. Er kennt nicht nu...

Wie politisch war denn Jesus?

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Prediger sollten nicht politisieren und Politiker nicht predigen, meint SVP-Nationalrat Christoph Mörgeli. Doch, für ihre Überzeugungen soll die Kirche Position beziehen, kontert Marc Jost, Generalsekretär der Schweizerischen Evangelischen Allianz. Ein Streitgespräch im Bundeshaus. Wann erfüllt die Kirche ihren Auftrag? Marc Jost: Sie hat grundsätzlich den Auftrag, das Evangelium zu verkündigen, und zwar in Wort und Tat. Es ist ein ganzheitlicher Auftrag, der letztlich dem Gemeinwohl und der ganzen Gesellschaft dient. Christoph Mörgeli: Ich stimme dem zu. Die Kirche hat den Auftrag, die Botschaft der Gnade zu verkündigen und den Menschen mit Seelsorge beizustehen. Sie erfüllt den Auftrag dann nicht, wenn ihre Prediger politisieren. Und umgekehrt sollten wir Politiker nicht predigen. Ist die die SVP eine christliche Partei, Herr Mörgeli? Mörgeli: Die SVP ist eine christliche Partei, gerade weil sie das nicht explizit in ihrem Namen tragen muss. Sie trägt aber das Wort «schwe...

Herzliche Empfehlung!

Interview mit "20 Minuten" zu Erziehung und Gewalt

Die Fachstelle für Sektenfragen hat rund 21 evangelikale Erziehungsratgeber unter die Lupe genommen und festgestellt: Viele der Bücher raten zur körperlichen Bestrafung von Kindern - diese reicht vom Klaps auf den Hintern bis hin zum Verprügeln. Wo setzen sie die Grenze? Marc Jost  Wir verurteilen Ratgeber, die Eltern dazu auffordern, Kindern Gewalt anzutun. Ich selber bin dem besonders kritisierten Buch «Kindererziehung nach Gottes Plan» bis zu diesem Bericht in der Praxis nicht begegnet - und ich bin selber Pädagoge und habe als Vater christliche Erziehungskurse besucht. Dass gewisse Leute oder Organisationen darauf zurückgreifen, können wir jedoch nicht verhindern. Zur Person Marc Jost ist Generalsekretär der Schweizerischen Evangelischen Allianz, Bereich Gesellschaft - Nationale Koordination. Ausserdem ist er als Geschäftsführer des Verbandes Interaction (christliche Hilfswerke) tätig. Jost ist Grossrat im Kanton Bern und Vizepräsident der EVP-Fraktion. Er war sieb...

Beresowski - von Oligarchen, Gott und anderen Göttern

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Vor zwei Wochen ist der Oligarch Beresowski tot aufgefunden worden. Viele Medien berichteten anschliessend über Russland und dessen Wirtschaft und Politik seit der Wende. Eine Zeitung schrieb, Beresowski habe mit seinem Vermögen, seiner Vernetzung und seiner Macht die Hälfte der russischen Wirtschaft kontrolliert (!).   Ex-Präsident Jelzin: War Beresowski "sein Gott"? Das erste der zehn Gebote der Bibel lautet: „Ich bin der HERR, dein Gott... Du sollst keine anderen Götter haben neben mir.“ Waren damals vor allem Götzenfiguren die grosse Versuchung und Gefahr für die Zeitgenossen von Mose, so sind es heute andere Dinge, die den Platz unseres Schöpfers streitig machen. Ich sehe vor allem drei Götter, die dem Höchsten den Rang ablaufen wollen: Das bin ich selber, das ist unser Besitz und das sind andere Menschen. Die härtesten Konkurrenten für Gott in unserem Leben sind wir selber. Es ist die eigene Sorge, nicht zu kurz zu kommen. Der Egoismus, der sich über alles andere s...

Die Bibel - falsch und überholt?

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„Gott, mag sein, dass so etwas existiert, aber die Bibel als seine Offenbarung und verbindlich zu nehmen, kann das ein vernünftiger Mensch heute noch?“ Die meisten skeptischen Zeitgenossen sind wahrscheinlich zu freundlich, als dass sie dies frei und offen sagen würden. Ich vermute aber, dass solche und ähnliche Gedanken heute viele Menschen bewegen: Die Bibel ist sie nicht eine Aneinanderreihung von Mythen und Legenden? Ist sie nicht altmodisch und kulturell überholt? Wer mit solchen Gedanken vorschnell zufrieden ist, verpasst Erstaunliches. Qumran-Rolle Wer sich nämlich die Zeit nimmt verschiedene Kommentare oder Bücher über die Bibel zu lesen, wird Überraschendes feststellen: Zum Beispiel, dass die Texte des Neuen Testamentes, die am besten historisch belegten Quellen sind. Oder dass alleine der Erzählstil dieser Schriften darauf hinweist, dass es Augenzeugenberichte sein müssen und nicht Legenden sein können. Welcher Dichter käme beispielsweise auf die absurde Idee, Frauen ...

Ich bin gerne Christ!

Eine Zahl des Nationalen Forschungsprogramms über die Religionsgemeinschaften liess mich aufhorchen: 111 Prozent der Mitglieder von evangelischen Freikirchen besuchen regelmässig am Sonntag einen Gottesdienst. Komisch, dachte ich. Wird da übertrieben und geschummelt? Aber nein, der Grund liegt darin, dass Gottesdienste von so genannt nicht anerkannten christlichen Kirchen auch von Gästen besucht werden, die nicht Mitglieder sind. Im Gegensatz dazu besuchen gerademal 3 Prozent der Mitglieder der evangelischen Landeskirche regelmässig einen Gottesdienst. Wie hoch auch immer der Anteil der aktiven Mitglieder sein mag, insgesamt ist es eine kleine Minderheit der Bevölkerung, die ihren christlichen Glauben aktiv lebt und bekennt. Bestimmt nicht einmal jeder zehnte Schweizer gehört zu den «religiösen Virtuosen», wie Max Weber uns einmal bezeichnete. Warum sonntags in die Kirche gehen? Glaube: Es ist ein besonderes Vorrecht der Glaubenden, dass uns jeden Sonntag die Vergebung zugesprochen wir...