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Verheerende Identität in Ägypten

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Präsident Mursi spricht vor den UN Er zeigt mir seine Identitätskarte. Aber ich verstehe nicht, was da steht. Es ist in arabischen Schriftzeichen geschrieben. So erklärt mir mein ägyptischer Berufskollege: Auf jedem Ausweis stehe, ob jemand Muslim oder Christ sei. Etwa bei rund zehn Prozent der Ägypter stehe auf der ID, dass der Inhaber Christ sei. Bei der grossen Mehrheit stehe Muslim, ganz egal welcher islamischen Richtung oder Frömmigkeit er angehöre. Mich erinnert diese Tatsache aus dem arabischen Frühling eher an den Herbst des 2. Weltkriegs, als in Europa Menschen mit jüdischer Abstammung ein „J“ in ihren Pass gestempelt erhielten. Für viele war das damals gleichzeitig ihr Todesurteil. In Ägypten ist die Situation anders, aber für etliche Menschen im Staat am Nil ist ihre Religionszugehörigkeit auf der Identitätskarte ebenfalls mit grossen Problemen verbunden. Zum Beispiel für Christen, die innerhalb der Verwaltung oder Politik Verantwortung übernehmen wollen. Sehr oft wird i...

Wenn Gott so ist…

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Das Angebot ist verlockend: Mitarbeiter einer grossen Firma werden, die nicht nur ein sehr gutes Produkt herstellt, sondern auch dafür bekannt ist, beste Arbeitsbedingungen zu bieten. Zudem passt das Anforderungsprofil ziemlich gut. Er bewirbt sich mutig für den Posten. Und siehe da, die Einladung zum Vorstellungsgespräch folgt sogleich! Und zwar mit dem Direktor höchst persönlich! Der Tag X ist da, es heisst sich aufmachen zum wichtigen Interviewtermin. Wie er zum Haupteingang des Firmengebäudes kommt, stutzt er. Die Umgebung macht nicht gerade einen gepflegten Eindruck. Beim Eintreten die zweite Überraschung: Die Dame an der Loge schaut ihn grimmig an und will herablassend wissen, was ihn zur Firma führe. Einen Termin beim Direktor, meint er etwas verunsichert. Er solle im Foyer warten. Nach zehn Minuten wird er nervös und erkundigt sich, ob er noch nicht verlangt worden sei. Er solle nicht so ungeduldig sein, die Direktionsassistentin werde ihn abholen. Nach weiteren zehn Minuten...

Rassistische Christen

Am Kongress der «Lausanner Bewegung» in Kapstadt hat mich ein Referat sehr nachdenklich gestimmt. Ein Mitglied der Kommission für Einheit und Versöhnung in Ruanda sprach über die jüngere Geschichte des Landes. Er berichtete davon, dass sich vor dem Genozid um 1994 90% der Bevölkerung als Christen bezeichneten. Diese Tatsache konnte nicht verhindern, dass Brüder und Schwestern sich bis aufs Blut bekämpften. Wieso? Die Kommission stiess bei der Versöhnungsarbeit auf vier Faktoren. Die Christen kannten die Bibel nur durch Auswendiglernen. Sie wendeten das Evangelium nicht im Alltag an und wurden nicht sozial-diakonisch tätig. Schliesslich gaben ausländische Missionare ein schlechtes Vorbild ab, indem sie nicht lebten, was sie predigten. Sofort dachte ich an meine Heimat, wo immer noch über 80% der Bevölkerung einer Kirche angehören (BE) und überlegte: Wie steht es um unseren Umgang mit der Bibel? Nicht nur im säkularen Umfeld, sondern bis tief in unsere Kirchen herrscht ein erschreckender...

Kirche wird zum Grab

In Zeitungen ist zu lesen: „Während der Sonntagabend-Messe haben Bewaffnete eine Kirche in der irakischen Hauptstadt gestürmt und rund 120 Geiseln genommen. Als eine Elitetruppe sie befreien will, zünden die Terroristen ihre Granaten und Sprengstoffgürtel. Mindestens 58 Geiseln und Sicherheitskräfte sterben.“ Eine tragische Meldung der letzten Tage unter vielen? Nicht für mich. Letzte Woche wurde ich von einer irakischen Familie eingeladen, die zu ebendieser Kirche – der assyrisch-katholischen - gehörte, bevor sie in der Schweiz Asyl bekam. Wer weiss, was mit ihnen wäre, wenn sie sich nicht für die Flucht in die Schweiz entschieden hätte. Diese Nachricht aus Bagdad wird plötzlich lebendig, unmittelbar und bewegend. Es ist nur eines von unzähligen Beispielen rund um die Welt, in welchen Menschen - nur weil sie Christen sind – umgebracht werden. Aus erster Hand erfahre ich, was es bedeutet in Bagdad heute als Christ zu leben: „Wir waren Aussenseiter in unserem Quartier. Alle anderen Fam...

Christen in Thun

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„Wir sind heute fast soweit, dass wir alles thematisieren können." Dies sagt der Präsident der Evangelischen Allianz Region Thun, Marc Jost, im Gespräch mit idea Spektrum Schweiz. Die regionale Allianz am oberen Ende des Aaretals verbindet 30 christliche Gemeinden und Gemeinschaften. Jost hebt die geistliche Qualität des Miteinanders hervor; dazu trage das gewachsene Vertrauen unter den Leitern bei. „Wir haben keinen Ehrenkodex für die Praxis, aber die verantwortlichen Leiter haben das ‚Gspüri‘, was man gemeinsam praktizieren kann." Vor 15 Jahren habe es noch tiefe Gräben zwischen charismatischen und traditionellen evangelikalen Freikirchen gegeben. „Vor etwa zehn Jahren begann man vermehrt aufeinander zuzugehen und sich zu versöhnen. Als ich vor vier Jahren Allianz-Präsident wurde, hatten sich die Beziehungen unter den Leitern schon sehr positiv entwickelt." Grosse Feiern, vertraute Gemeinschaft Bei den Gottesdiensten (die Allianzgemeinden sprechen von insgesamt 3000 G...

"Eine Stadt soll wissen, was Christen wollen"

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Der Thuner Allianz-Präsident Marc Jost zur Entwicklung seiner «frommen Hauptstadt» Einheit unter den Thuner Christen: Als regionaler Allianz-Präsident versteht sich EGW-Pfarrer Marc Jost stark als Brückenbauer. 30 christliche Gemeinschaften in der Evangelischen Allianz vereinigt. 3000 Menschen versammeln sich jeden Sonntag in ihren Gottesdiensten. Thun gilt als besonders fromme Stadt. Hier werde wohl mehr gebetet als anderswo, räumt der regionale Allianz-Präsident Marc Jost ein. Und in Thun wird ein frivoles Jesus-Musical zur Chance gemacht. «Spektrum»: Wann haben Sie im Thuner Alltag das letzte Gespräch über Jesus geführt? Marc Jost: Das war Mitte Juli anlässlich der Premiere des Musicals «Jesus Christ Superstar». Da fragte mich der Chefredaktor des «Thuner Tagblatts», ob dieses Musical wirklich gotteslästerlich sei. Ich solle doch einen Gastkommentar dazu schreiben. So konnte ich meine Einschätzung über das Musical und über Jesus äussern, zuerst mündlich, dann schrif...