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Jesus und das AKW

Nein, es geht mir nicht um das, was Sie jetzt denken! Aber die Frage wäre in der Tat auch spannend: Würde Jesus ein AKW bauen? Nun, Sie können getrost weiterlesen. Ich erzähle stattdessen ein Gleichnis. Nicht eines aus der Bibel, sondern ein Bild aus unserer Zeit. Ein AKW - das dürfte mittlerweile jedem klar sein - kann nicht nur bei einem grossen Störfall zerstörerisch wirken, sondern hinterlässt in jedem Fall radioaktiven Abfall. Und dieser Abfall ist ein Problem. Man muss ihn so lagern, dass er weder Mensch noch Lebensraum verstrahlt und dies über eine sehr lange Zeit: Es dauert etliche Tausend Jahre, bis die Strahlung nicht mehr gefährlich ist. Kein Wunder also, dass wir noch keine befriedigende Lösung gefunden haben: Wir schafften uns ein Problem, das wir nicht selber bewältigen können. Diese Tatsache erinnert mich an eine vergleichbare Situation geistlicher Art. Der radioaktive Abfall ist ähnlich destruktiv wie die menschliche Sünde. Unser Misstrauen gegenüber Gott, unser Versage...

THE OLD PASTOR

While watching television on Sunday, I watched a church in Atlanta honoring one of its senior pastors who had been retired many years. He was 92 years old and I wondered why the church even bothered to ask the old gentleman to preach at that age. After a warm introduction of this speaker, he rose from his high back chair and walked slowly, with great effort and a sliding gait to the podium. Without a note or written paper of any kind, he placed both hands on the pulpit to steady himself and then quietly and slowly he began to speak. "When I was asked to come here today and talk to you, your pastor asked me to tell you what was the greatest lesson ever learned in my 50-odd years of preaching. I thought about it for a few days and boiled it down to just one thing that made the most difference in my life and sustained me through all my trials. The one thing that I could always rely on when tears and heartbreak and pain and fear and sorrow paralyzed me, the only thing that would comf...

Sei keine Ziege!

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Gegen Ende des Matthäusevangeliums wird eine Rede von Jesus zitiert, die mich immer wieder sehr bewegt und beunruhigt. Jesus sagt dort zu den Anwesenden, dass er selber am Ende der Zeiten alle Menschen der Erde in zwei Gruppen teilen werde, so wie ein Hirte Schafe von Ziegen trenne. Und zu den „Schafen“ werde er sagen: "Kommt her, ihr seid von meinem Vater gesegnet! … Denn ich war hungrig, und ihr habt mir zu essen gegeben; ich war durstig, und ihr habt mir zu trinken gegeben; ich war ein Fremder, und ihr habt mich aufgenommen; ich hatte nichts anzuziehen, und ihr habt mir Kleidung gegeben; ich war krank, und ihr habt euch um mich gekümmert; ich war im Gefängnis, und ihr habt mich besucht." Daraufhin werden die Angesprochenen fragen: Wann war denn das? Wir können uns nicht erinnern. Die Antwort Jesu: "Ich sage euch: Was immer ihr für einen meiner Brüder getan habt – und wäre er noch so gering geachtet gewesen–, das habt ihr für mich getan." Dann wird er sich an jene...

Frei denken

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Kein Mensch wünscht sich, gefangen zu sein, auch nicht in seinem Denken. Vielmehr wünschen wir uns Freiheit für unser Denken, Glauben und Reden. Als Christ glaube ich, dass Gott diese Freiheit grundsätzlich allen Menschen schenkt. Und zwar so umfassend, dass der Mensch sogar die Existenz Gottes in Frage stellen kann. Damit ist die von Gott gewährte Freiheit quasi absolut: Die Gedanken sind frei. Das bedeutet aber nicht, dass Gott unsere Gedanken nicht beurteilt und wertet. Im Gegenteil: Jesus sagt in der Bergpredigt, dass Gedanken genau gleich wie Taten vor Gott verwerflich sein können. Als Gesellschaft haben wir ein Interesse daran, die menschliche Freiheit zu begrenzen. Dort nämlich, wo sie dem Gemeinwohl und dem sozialen Frieden schadet. Wir können keine Gedanken verbieten, aber wir können die Redefreiheit und die Meinungsfreiheit begrenzen. So sind rassistische, Gewalt verherrlichende oder verleumderische Äusserungen nicht erlaubt. In letzter Zeit wurde sehr heiss über Freidenker, ...

Jesus im Thuner Alltag

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Von: Andrea Vonlanthen Der Thuner Sommer wird von Jesus geprägt. Jedenfalls von einer Rockoper mit diesem Namen: «Jesus Christ Superstar». Das legendäre Musical handelt von den letzten sieben Tagen von Jesus. Von einem sehr menschlichen, lebenslustigen Jesus. Erotische Gefühle für die Jüngerin Maria Magdalena sind ihm hier keineswegs fremd. Für gläubige Christen eine klare Provokation. Ausgerechnet in Thun, das als «fromme Hauptstadt der Schweiz» gilt! Doch die Aufregung unter den Frommen bleibt kleiner, als anzunehmen wäre. Und als von den Musical-Promotoren vielleicht erhofft. Das ist auch damit zu erklären, dass sich die regionale Evangelische Allianz nicht provozieren lässt. Allianz-Präsident Marc Jost hält das Musical auch für problematisch. Von öffentlichem Protest jedoch rät er ab. Er geht selber hin und stellt sich den Fragen der Medien und der Zweifler. Und er rät andern Christen, das gleiche zu tun. Er macht eine frivole Rockoper zur Chance für das Evangelium von Jesus Christ...

"Eine Stadt soll wissen, was Christen wollen"

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Der Thuner Allianz-Präsident Marc Jost zur Entwicklung seiner «frommen Hauptstadt» Einheit unter den Thuner Christen: Als regionaler Allianz-Präsident versteht sich EGW-Pfarrer Marc Jost stark als Brückenbauer. 30 christliche Gemeinschaften in der Evangelischen Allianz vereinigt. 3000 Menschen versammeln sich jeden Sonntag in ihren Gottesdiensten. Thun gilt als besonders fromme Stadt. Hier werde wohl mehr gebetet als anderswo, räumt der regionale Allianz-Präsident Marc Jost ein. Und in Thun wird ein frivoles Jesus-Musical zur Chance gemacht. «Spektrum»: Wann haben Sie im Thuner Alltag das letzte Gespräch über Jesus geführt? Marc Jost: Das war Mitte Juli anlässlich der Premiere des Musicals «Jesus Christ Superstar». Da fragte mich der Chefredaktor des «Thuner Tagblatts», ob dieses Musical wirklich gotteslästerlich sei. Ich solle doch einen Gastkommentar dazu schreiben. So konnte ich meine Einschätzung über das Musical und über Jesus äussern, zuerst mündlich, dann schrif...

Verzweifelter Spinner oder Gottes Sohn?

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Wie stellen sich eigentlich fromme Christen zum Musical auf der Thuner Seebühne? Diese Frage hörte ich in den vergangenen Wochen immer wieder und auch von etlichen Journalisten. So hat diese Zeitung vor einigen Tagen getitelt: "Im Jerusalem des Berner Oberlands" und darüber berichtet wie sich so genannt evangelikale Christen zum Inhalt von "Jesus Christ Superstar" stellen. Meine Antwort war vor der Premiere kurz gefasst die: Inhaltlich kritisch, grundsätzlich sehe ich es aber als Chance, dass Jesus zum Thema wird. Am vergangenen Samstag durfte ich auf Einladung dieser Zeitung die Premiere mit meiner Frau besuchen. Und… ich wurde positiv überrascht! Die Regisseurin Helga Wolf setzte in die Tat um, was sie im Interview am Tag der Premiere ankündigte: „Wir wollen die Religion nicht verunglimpfen; vielmehr zeigen wir das Verständnis davon im heutigen Kontext.“ Das ist ihr gelungen. Viele Szenen setzen aktualisiert biblische Begebenheiten um und tragen damit Wichtiges z...

Im Jerusalem des Berner Oberlands

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Thun ist die Hauptstadt der evangelischen Freikirchler – und hier wird jetzt das Skandalmusical «Jesus Christ Superstar» gespielt. Ein Sakrileg? «Wer sich nicht lossagt von allem, wie will er Jesu Jünger sein?» Das ist der Beginn einer mehrminütigen Predigt, um die man nicht herumkommt, wenn man auf dem Telefonbeantworter von Thomas David Hermann in Bönigen eine Nachricht hinterlassen möchte. Hermann bezeichnet sich als «Jünger Jesu», und er ist in den letzten Wochen in der Oberländer Öffentlichkeit dezidiert in Erscheinung getreten. Er hat eine kleine Aktion gestartet gegen die am 11.Juli startende Aufführung des Musicals «Jesus Christ Superstar» auf der Thuner Seebühne, er hat Musicalplakate überklebt und mit eigenen Traktaten versehen. Kein anonymer Protest, sondern alles fein säuberlich unterzeichnet mit Name und Adresse. Als bis jetzt praktisch Einziger tut Hermann, was man viel heftiger erwarten würde. Das Berner Oberland gilt als Trutzburg bibeltreuer Evangelikaler, die sich ge...

pastorcito in telethun.ch

Was ist ein Märtyrer?

Wenn man heute auf der Strasse fragt: Was ist ein Märtyrer? Dann wird man hauptsächlich zur Antwort erhalten: Das ist ein islamischer Selbstmordattentäter, der glaubt, im Auftrag Gottes sein Leben als Waffe gegen Menschen anderen Glaubens einsetzen zu müssen. Fragt man aber, was das Wort ursprünglich bedeutete, bekommt man ein ganz anderes Bild des Märtyrers. Lange bevor dem radikalen Islam solche Mörder entsprangen, sprach Jesus von Nazareth von einer ganz anderen Art des Martyriums. Er sagte zu seinen Freunden: „Ihr werdet meine Zeugen sein.“ Also: Ihr werdet mit eurem Leben davon zeugen, was ihr mit mir erlebt habt. Ihr werdet bezeugen, dass ich euer Leben erneuert habe, euch Sinn und Ziel gegeben habe: Den Sinn, das eigene Leben im Dienst für Gott und damit für die Mitmenschen einzusetzen und nicht gegen sie. Ein eindrückliches Beispiel, wie ein Freund Jesu das verstanden hat, ist das Zeugnis von Stephanus. Er ist einer der Männer, die in der ersten christlichen Gem...

Ich habe Angst...

Auch wenn es mir als erwerbstätiger Schweizer, als sportlicher Familienvater oder ganz einfach als Individuum gut geht, kann ich es nicht vermeiden, dass ich manchmal Angst habe. Ich bin mir bewusst: Angst ist meistens ein schlechter Ratgeber. Angst kann lähmen. Und als Christ bin ich angehalten meine Ängste bei Gott abzulegen. Und trotzdem, die kommenden Zeiten haben es in sich! Meine Gesundheit ist auf diesem Planeten je länger je mehr durch umweltschädigende Einflüsse in Gefahr: CO 2  ist da bloss ein Phänomen unter vielen. Die Lebensmittelpreise steigen für mich, aber vor allem für Menschen in weniger privilegierten Ländern. Dieser weltweite Hunger von einer Milliarde Menschen ist nicht nur ein Skandal, sondern birgt ein Gewaltpotenzial in sich, das sich auch in meiner Heimat entladen kann. Und auch um die Energieressourcen könnten Konflikte entstehen. Meine tägliche Energie droht plötzlich nicht mehr bereitgestellt zu werden. Muss ich bald mit einem Stromkontingent rechnen? Ja, so...

Werdet wie die...

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Sie sind die Zukunft. Sie machen unendlich Freude und bieten uns gleichzeitig immense Herausforderungen. Sie sind äusserst wertvoll und zugleich ein Armutsrisiko in der Schweiz. Manche kommen unerwünscht, andere kommen gar nicht, obwohl man sie sich wünscht. Kinder sind auf jeden Fall etwas Besonderes, vielleicht schon deshalb, weil wir alle es einmal waren. Ja, wie war das eigentlich damals in der eigenen Kindheit? Empfinde ich sie heute als Hypothek oder als gute Investition? Trage ich heute eher Verletzungen oder gute Früchte davon? Ob man sich eher nach der eigenen Kindheit sehnt oder viel mehr froh ist, dass sie vorüber ist - so oder so lässt einen die biblische Aufforderung "Werdet wie die Kinder!" aufhorchen. Was soll das? Was ist damit gemeint? Was an der Kindheit ist denn so durch und durch vorteilhaft; auch für eine erwachsene Person? Die Aussage von Jesus folgte auf eine Frage seiner Freunde: "Wer ist in der neuen Welt Gottes der Grösste?" Das wollten sie...

Animismus

Was haben das Freilichtmuseum Ballenberg und ein peruanisches Dschungeldorf gemeinsam? Seit unserem Pfarrer-Ausflug in die Miniatur-Schweiz im Berner Oberland weiss ich es. Hier wie dort fand ich Zeugen eines lebhaften Aberglaubens. Während in den alten Häusern - katholischer wie auch reformierter Herkunft - auf dem Ballenberg Äste, Rosshaare und Messer die bösen Geister fernhalten sollten, waren es beim peruanischen Jäger Schutzrituale mit Wurzeln, die ihn vor dem Schlangenbiss bewahren sollten. Animismus herrschte beidseits des Atlantiks; und heute? Wie steht es eigentlich um den Glauben an magische Rituale in unserer Zeit und Kultur? Es wird schnell klar: Ob Ogis Edelsteine im Hosensack, Frau Meiers Glücksbringer um den Hals oder des Olympia-Sportlers Ritual vor dem Start, die Schweiz ist nach wie vor fasziniert von animistischen Handlungen. Aber wie ist das unter gläubigen Christen? Sind wir völlig jenseits von Freitag, dem 13. und der schwarzen Katze? Wer in Jesus Christus seinen ...

Diebstahl?

War es Diebstahl oder einfach Nachlässigkeit? Da soll ein millionenschweres Bild von Ferdiand Hodler in Bern ausgestellt werden und nach zwei Jahren stellt die Eigentümerin fest, dass sie gar nicht weiss, wo ihr Bild ist. Diebstahl? Gleichgültige Gelassenheit? Manch einer wünschte sich, es käme für ihn nicht so sehr darauf an, wo seine Millionen gerade stecken. Mich erinnert dieses aktuelle Geschehen an ein Bild, das Jesus verwendet hat. Jesus vergleicht seine Wiederkunft mit einem Diebstahl: Man weiss weder die Nacht noch die Stunde, in welcher ein Dieb einbrechen wird. Jesus braucht dieses Bild damals im Zusammenhang mit unserem Vermögen. Wie haushalten wir als Christen? Investiere ich meine Kräfte und meinen Besitz in die richtigen und wichtigen Dinge? Welches Gefühl hätte ich, wenn Jesus heute wieder kommen würde? Hätte ich das Gefühl, mir würde Zeit, Freude oder eine wertvolle Erfahrung vorenthalten? Oder wäre ich glücklich und würde sagen: „Endlich, ich habe mich so sehr auf ...

Meine Ostern

Was bedeutet Ostern für den Alltag eines Christen im 21. Jahrhundert? Mit dem Ostergeschehen steht und fällt alles, was meinen christlichen Glauben ausmacht. Das jährliche Fest an die Erinnerung der Auferstehung des Jesus von Nazareth ist zentral. Wäre die Auferstehung Jesu keine historische Wahrheit, würde die ganze christliche Kirche in sich zusammenfallen. Wäre Christus nicht zum Leben auferweckt worden, hätten wir keine Gottesbeziehung, weil Jesus der Vermittler und Versöhner fehlen würde. Keiner der Nachfolger von Jesus glaubte damals zum Voraus, dass so etwas möglich sein würde. Nicht einmal den ihrem Lehrer bevorstehenden Tod am Kreuz wollten die Jünger wahrhaben. Als schliesslich die ersten Zeugen der Auferstehung den Freunden Jesu davon berichteten, zweifelten diese – verständlicherweise - erst einmal. Doch Gott hat dieses übernatürliche und irrationale Wunder tatsächlich getan und seinen Sohn von den Toten auferweckt; das bezeugen die Evangelienschriften übereinstimmend. Dami...

Wieder geboren?

Im Schutze der Dunkelheit, mitten in der Nacht kommt ein hoher Gelehrter der jüdischen Elite zu Jesus und sucht mit ihm das Gespräch. Jesus hatte diese Elite wiederholt wegen ihrer Heuchelei und Doppelzüngigkeit scharf kritisiert. Offenbar kommt dieser Pharisäer nicht in aller Öffentlichkeit, weil es in seinem Umfeld ein Tabu war, sich auf diesen seltsamen Wanderprediger einzulassen. Jesus selber ist bereit zum Gespräch. Für ihn spielt auch in diesem Fall die Herkunft der Person keine Rolle. Jesus fordert den grossen Theologen mit den Worten heraus: "Wer nicht neu geboren wird, kann nicht in Gottes neue Welt kommen." Nikodemus, so heisst der interessierte Mann, reagiert verwirrt. Was bedeutet das, wieder geboren werden? Jesus erklärt darauf, dass diese Aussage geistlich zu verstehen sei. "Wer durch Gottes Geist geboren wird, erhält neues Leben." Er macht dann deutlich, dass diese geistliche Wiedergeburt mit seinem bevorstehenden Tod am Kreuz zu tun hat: Jeder der de...