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Die Bibel - falsch und überholt?

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„Gott, mag sein, dass so etwas existiert, aber die Bibel als seine Offenbarung und verbindlich zu nehmen, kann das ein vernünftiger Mensch heute noch?“ Die meisten skeptischen Zeitgenossen sind wahrscheinlich zu freundlich, als dass sie dies frei und offen sagen würden. Ich vermute aber, dass solche und ähnliche Gedanken heute viele Menschen bewegen: Die Bibel ist sie nicht eine Aneinanderreihung von Mythen und Legenden? Ist sie nicht altmodisch und kulturell überholt? Wer mit solchen Gedanken vorschnell zufrieden ist, verpasst Erstaunliches. Qumran-Rolle Wer sich nämlich die Zeit nimmt verschiedene Kommentare oder Bücher über die Bibel zu lesen, wird Überraschendes feststellen: Zum Beispiel, dass die Texte des Neuen Testamentes, die am besten historisch belegten Quellen sind. Oder dass alleine der Erzählstil dieser Schriften darauf hinweist, dass es Augenzeugenberichte sein müssen und nicht Legenden sein können. Welcher Dichter käme beispielsweise auf die absurde Idee, Frauen ...

Ich bin gerne Christ!

Eine Zahl des Nationalen Forschungsprogramms über die Religionsgemeinschaften liess mich aufhorchen: 111 Prozent der Mitglieder von evangelischen Freikirchen besuchen regelmässig am Sonntag einen Gottesdienst. Komisch, dachte ich. Wird da übertrieben und geschummelt? Aber nein, der Grund liegt darin, dass Gottesdienste von so genannt nicht anerkannten christlichen Kirchen auch von Gästen besucht werden, die nicht Mitglieder sind. Im Gegensatz dazu besuchen gerademal 3 Prozent der Mitglieder der evangelischen Landeskirche regelmässig einen Gottesdienst. Wie hoch auch immer der Anteil der aktiven Mitglieder sein mag, insgesamt ist es eine kleine Minderheit der Bevölkerung, die ihren christlichen Glauben aktiv lebt und bekennt. Bestimmt nicht einmal jeder zehnte Schweizer gehört zu den «religiösen Virtuosen», wie Max Weber uns einmal bezeichnete. Warum sonntags in die Kirche gehen? Glaube: Es ist ein besonderes Vorrecht der Glaubenden, dass uns jeden Sonntag die Vergebung zugesprochen wir...

Gott, ein Mensch?

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In der Weihnachtsgeschichte der Bibel finden wir den Bericht, dass bereits die Geburt von Jesus Christus unter ganz besonderen Umständen stattfand. Aber dies allein hätte nicht gereicht, dass wir noch heute diese eine Geburt im Nahen Osten ganz besonders feiern. Die Geburt und das ganze Leben, Sterben und Auferstehen von Jesus von Nazareth hat die Menschheit unvergleichlich geprägt. Kein Buch hatte so viel Nachwirkung wie die Bibel. Kein Buch ist in so viele Sprachen übersetzt worden. Kein Buch wurde so oft gedruckt, zitiert oder rezitiert. Aber nicht nur die Bibel, dieses Jesus-Buch, sondern Gottes Sohn selber hat der Welt in besonderer Weise seinen Stempel aufgedrückt. Jemand hat einmal gesagt: Wieso sollte ich nicht an die Weihnachtsgeschichte und an das Leben Jesu glauben? Es steht ja jeden Tag in der Zeitung, dass sie geschehen ist: Heute steht zum Beispiel 21. Dezember 2012. Dieses Datum bezieht sich auf das Leben Jesu. Unsere Zeitrechnung basiert auf diesem Ereignis. Milliarde...

Verheerende Identität in Ägypten

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Präsident Mursi spricht vor den UN Er zeigt mir seine Identitätskarte. Aber ich verstehe nicht, was da steht. Es ist in arabischen Schriftzeichen geschrieben. So erklärt mir mein ägyptischer Berufskollege: Auf jedem Ausweis stehe, ob jemand Muslim oder Christ sei. Etwa bei rund zehn Prozent der Ägypter stehe auf der ID, dass der Inhaber Christ sei. Bei der grossen Mehrheit stehe Muslim, ganz egal welcher islamischen Richtung oder Frömmigkeit er angehöre. Mich erinnert diese Tatsache aus dem arabischen Frühling eher an den Herbst des 2. Weltkriegs, als in Europa Menschen mit jüdischer Abstammung ein „J“ in ihren Pass gestempelt erhielten. Für viele war das damals gleichzeitig ihr Todesurteil. In Ägypten ist die Situation anders, aber für etliche Menschen im Staat am Nil ist ihre Religionszugehörigkeit auf der Identitätskarte ebenfalls mit grossen Problemen verbunden. Zum Beispiel für Christen, die innerhalb der Verwaltung oder Politik Verantwortung übernehmen wollen. Sehr oft wird i...

Fatalist oder Christ?

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Die Welt ist nicht so, wie sie sein sollte. Das muss man heute niemandem erklären. Obwohl wahrscheinlich nur eine Minderheit in der Schweiz die Erklärung dafür hat, wie es dazu kommen konnte. Wir haben zwei Möglichkeiten mit dieser Tatsache umzugehen: Ich kann Verantwortung übernehmen und mit den mir gegebenen Möglichkeiten versuchen, etwas zu ändern. Oder ich glaube, dass ich nichts verändern kann und hoffe, dass es mich selber nicht zu hart erwischt im Leben. Der Fatalist nimmt alles hin wie es ist, weil er davon überzeugt ist, dass er die Welt nicht verbessern kann. Er denkt, dass er weder die Gleichgültigkeit gegenüber Gott, noch den Welthunger, die unaufhörliche Gewalt oder all die Ungerechtigkeiten aus der Welt schaffen kann. Er sieht, wie oft bereits versucht wurde Frieden zu stiften, Menschen eine bessere Zukunft zu ermöglichen und den liebenden Gott zu verkündigen. Aber immer stellt er ein Scheitern fest. Weshalb die Hoffnung behalten? Der Christ sieht die Welt anders. Weil ...

Mein Nachbar in Not

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J eden Tag sterben über 20‘000 Menschen - meist Kinder- weil sie zu wenig zu essen oder kein sauberes Trinkwasser haben. Wenn wir die Welt als Dorf von 100 Einwohnern ansehen, dann bedeutet dies, dass 14 Menschen in diesem Dorf hungern oder kein sauberes Wasser haben. Vor kurzem haben wir uns in einer kleinen Gruppe bei uns im Wohnzimmer diese und andere Zahlen vor Augen geführt. Dabei habe ich festgestellt, dass mich diese Zahlen der Armut viel mehr bewegen oder empören, wenn ich sie auf ein Dorf übertrage. Wie kann eine Dorfgemeinschaft wegschauen oder ignorieren, wenn 14 ihrer Nachbarn sterben, weil zu wenig oder schlecht ernährt sind? Sie wird es kaum können. Die Verantwortlichen werden es als ihre Pflicht und Verantwortung sehen die Solidarität im Dorf dahingehend zu lenken, dass zumindest das Überleben all ihrer 100 Bewohner sichergestellt ist. Sie werden in diesem Zusammenhang insbesondere darauf hinweisen, dass es für die reichsten fünf Dorfbewohner eine Kleinigkeit ist, s...

Das ist nicht fair!

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Man braucht keine Stunde spielenden Kindern zuzuschauen, bis man eines sagen hört: Das ist nicht fair! Aber auch wir Erwachsenen erleben kaum einen Tag, an dem wir nicht eine Ungerechtigkeit erleben. Ein Beamte nützt seine Stellung missbräuchlich und verweigert einem Bürger sein Recht. Ein Betrunkener fährt einen Fussgänger am Strassenrand zu Tode. In Syrien werden unbeteiligte Zivilisten regelrecht abgeschlachtet. Das ist nicht fair! Wir Menschen wissen, ohne dass man es uns lange erklärt, was Gerechtigkeit ist. Wir sind uns zwar nicht immer einig, aber das Grundverständnis ist uns allen gemeinsam. Wir wollen auch, dass Ungerechtigkeit verschwindet . Und nach dem Völkermord an Juden in Deutschland, an den Armeniern durch die Türkei oder dem Genozid an den Tutsi in Ruanda haben immer wieder Menschen gesagt: So etwas darf nie mehr geschehen! Aber wie der englische Autor N.T. Wright schreibt: „Wir sind wie Motten, die versuchen zum Mond zu fliegen: Wir wissen, dass es so etwas wie Gere...