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Wer weiss, was Gott mit jenen vorhat, die durch dein Eingreifen am Leben bleiben!

Impuls (Tearfund) Weshalb uns die Kindersterblichkeit etwas angeht Ein versklavtes Volk wurde in einem fremden Land immer stärker. Der Herrscher fühlte sich bedrängt und zu brutalen Massnahmen gedrängt. Er forderte den Tod aller neugeborenen Knaben des Sklavenvolkes. Doch seine Tochter fasste sich ein Herz als sie beim Baden am Nil eines dieser todgeweihten Babys fand. Sie nahm es auf und rettete es: „Als die Tochter des Pharaos den Korb öffnete, sah sie den weinenden Jungen darin. Sie bekam Mitleid und sagte: ‚Das muss eines der hebräischen Kinder sein‘“ (2. Mose 1,6). Anschliessend machte der fremde Junge Karriere am ägyptischen Hof und nach grossem Auf und Ab führte er schliesslich sein Volk aus der Sklaverei. Mose wurde zum Befreier seines Volkes, weil sich eine der Mächtigen erbarmt hatte und ihm das Leben schenkte. Was hat diese bekannte Geschichte der Bibel mit dem aktuellen Milleniumsziel zu tun? Wenn wir heute die Kindersterblichkeit in bestimmten Ländern Afrikas oder Asie...

Der barmherzige Kosovare

In einer Kleinstadt am Rande der Alpen war ein Mann spätabends zu Fuss unterwegs nach Hause. In einer engen Gasse wird er plötzlich von drei betrunkenen Halbwüchsigen umstellt. Sie belästigen ihn und schlagen sofort auf ihn ein. Wie er am Boden liegt, treten sie ihm in den Unterleib und gegen den Kopf. Er ist bereits bewusstlos, als sie ihm Handy und Portemonnaie nehmen und davon rennen. Einige Häuser weiter unten verlässt ein Mitglied des Kirchgemeinderats die Sitzung. Der engagierte Mann ist froh, dass er nach den zusätzlichen Stunden ehrenamtlicher Arbeit heimgehen kann. Nach wenigen Schritten sieht er den leblosen Körper am Boden. Zig Gedanken schiessen ihm durch den Kopf. Schnellen Schrittes eilt er zu seinem Auto und fährt in die Nacht davon. Fast zur gleichen Zeit verlässt eine Parlamentarierin das Rathaus und fährt mit dem Velo nach einer intensiven Sitzung durch die Gasse nach Hause. Als sie den Körper am Boden sieht, denkt sie: „Ein Betrunkener? Oder doch Opfer einer Schläg...

Denken verboten?

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«Der Skandal des evangelikalen Denkens ist, dass es nicht viel evangelikales Denken gibt.» Das Zitat stammt weder von Hugo Stamm noch von Georg Otto Schmid, den beiden bekannten Sektenspezialisten. Nein, es ist aus der Einleitung des Buches «The Scandal of the Evangelical Mind» von Mark Noll, einem der einflussreichsten Evangelikalen Nordamerikas. Der Kirchengeschichtsprofessor hat es vor 15 Jahren geschrieben. Mark Noll schreibt, über viele Jahrhunderte hätten Christen zu den führenden Intellektuellen ihrer Zeit gehört. Ob während der Reformation oder später zur Erweckungszeit mit John Wesley - immer sei geistige Aktivität auch eine Form gewesen, Gott zu ehren. Seit Längerem gelte dies jedoch (zumindest) für Nordamerika nicht mehr in derselben Weise. Skepsis gegenüber dem Intellekt sei weniger in der Theologie als viel mehr in allen übrigen Disziplinen zu sehen. Noll charakterisierte die evangelikale Gesinnung als aktivistisch, populistisch und pragmatisch. Nun stellt sich die Fr...

Jesus und das AKW

Nein, es geht mir nicht um das, was Sie jetzt denken! Aber die Frage wäre in der Tat auch spannend: Würde Jesus ein AKW bauen? Nun, Sie können getrost weiterlesen. Ich erzähle stattdessen ein Gleichnis. Nicht eines aus der Bibel, sondern ein Bild aus unserer Zeit. Ein AKW - das dürfte mittlerweile jedem klar sein - kann nicht nur bei einem grossen Störfall zerstörerisch wirken, sondern hinterlässt in jedem Fall radioaktiven Abfall. Und dieser Abfall ist ein Problem. Man muss ihn so lagern, dass er weder Mensch noch Lebensraum verstrahlt und dies über eine sehr lange Zeit: Es dauert etliche Tausend Jahre, bis die Strahlung nicht mehr gefährlich ist. Kein Wunder also, dass wir noch keine befriedigende Lösung gefunden haben: Wir schafften uns ein Problem, das wir nicht selber bewältigen können. Diese Tatsache erinnert mich an eine vergleichbare Situation geistlicher Art. Der radioaktive Abfall ist ähnlich destruktiv wie die menschliche Sünde. Unser Misstrauen gegenüber Gott, unser Versage...

Kinder - der Stadt Bestes

„Das Wievielte? Das vierte Kind!?“ Die Sprüche im Sportverein sind mir sicher. „Aber ihr wisst, wie das funktioniert, oder?“ Bei den meisten Formularen passen vier Kinder noch grad drauf. Beim Autokauf sinkt die Auswahl, aber steigt der Preis. Und die letzte Hand der Eltern beim Spazieren ist nun vergeben. Wieso eigentlich heute noch Kinder kriegen, und zudem noch so viele? Dass die Frage überhaupt gestellt wird, ist eigentlich komisch. Meistens stellen wir unser eigenes Leben nicht so sehr in Frage wie jenes derer, die noch nicht geboren worden sind. Aber in der Tat gibt es einiges, das zukünftiges Leben in Frage stellt. Zuerst ganz existenziell, können wir uns Kinder überhaupt leisten? Ab dem vierten Kind steigt im Kanton Bern das Armutsrisiko markant an. Es ist fünfmal höher als bei einem Ehepaar ohne Kinder. Dann ganz grundsätzlich, erträgt diese ausgebeutete Erde noch mehr Menschen? Wenn jeder Mensch ein Schweizer wäre, hätten wir drei oder vier Planeten nötig, so viele Ressourcen...

Endzeit, na und?

Sie ist allgegenwärtig, die Bemerkung von Christen, dass nun allen klar sein müsse, dass wir in der Endzeit lebten. Dabei dient die Euro-Krise genauso als Begründung wie Fukushima oder der arabische Umbruch. Aber was wird eigentlich genau bezweckt mit der Aussage, wir lebten in der letzten Zeit? Endzeit, na und was jetzt? Soll ich mich weniger gegen Ungerechtigkeit einsetzen, weil wir in der Endzeit leben? Soll ich mich nicht mehr um die Bewahrung der Schöpfung kümmern, weil wir in der letzten Zeit leben? Soll ich mich nicht mehr für die Hungernden engagieren, weil das Ende nah ist? Soll ich keine Familie mehr gründen? Oder soll ich statt des Evangeliums Gericht predigen? Das sei ferne, würde Paulus schreiben, der wie wir in der Endzeit lebte; im letzten Zeitabschnitt der Heilsgeschichte Gottes. Vor mehr als 2000 Jahren hat die Endzeit mit dem Kommen des Messias Jesus begonnen. Manchmal kommt es mir so vor, als wollten die Apokalyptik-Freaks ihre Bibelkenntnis zur Schau stellen, wenn i...

Religion schafft Krieg

„Religion hat doch immer nur zu Streit, Spaltung und Konflikten geführt; vielleicht ist sie der grösste Feind für den Frieden in der Welt. Wenn die Christen weiter behaupten, dass sie die Wahrheit haben, und andere Religionen ins gleiche Horn stossen, wird es in der Welt nie Frieden geben.“ Solche (aus dem Buch „Warum Gott? von Timothy Keller) oder ähnliche Behauptungen begegnen mir immer wieder. Letzte Woche vor einem Laden kam ich mit einem Mann muslimischen Glaubens ins Gespräch, und da stiessen wir zum besagten Punkt: Wer war Jesus? Wer war Mohammed? Für ihn war Jesus einer von vielen und Mohammed der grösste Prophet. Für mich war Jesus der Mensch gewordene Gott, der gestorben und auferstanden ist und Mohammed einer von vielen. Es war offensichtlich, mindestens einer von uns lag falsch. Ich empfahl ihm die Bibel zu lesen, und er machte mir den Propheten Allahs lieb. Dieses Beispiel zeigt, dass unterschiedliche Religionen nicht einfach zu Streit führen. Aber ist die Behauptung vom...