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Anonyme Christen heute

Im vergangenen Jahrhundert hat ein Theologe (Karl Rahner) den Begriff "anonyme Christen" geprägt, und zwar für Menschen, die in ihrem Leben nie mit dem christlichen Glauben und der Bibel in Berührung kamen, aber deren Lebenswandel potenziell der eines gläubigen Christen gewesen war. Ich fülle den Begriff "anonyme Christen" heute anders, weil mich ein Phänomen in der Christenheit beschäftigt. Immer wieder begegne ich Menschen, die sich aus der Gemeinschaft der Gläubigen verabschiedet haben oder dabei sind sich zurückzuziehen. Sie tun dies nicht, weil sie den Glauben an Gott und das Vertrauen in Jesus Christus verloren hätten. Es ist also keine Abkehr vom Glauben, sondern eine Abkehr von den Gläubigen. Wenn ich nach Gründen frage, werden oftmals zwischenmenschliche Probleme, zeitliche Überlastung und Beschneidung der persönlichen Freiheit erwähnt. Das stimmt nachdenklich! Lässt sich Christsein in der Anonymität leben? Weshalb fliehen Christen in die anonyme Einsamkeit...

Begnadete Leistung?

Kennen Sie Calvin? Nein, ich meine nicht die kleine schulmüde Comic-Figur. Ich denke an den Reformator, der Genf und noch viele andere Städte tiefgreifend verändert hat. Vor rund 500 Jahren ist er geboren, deshalb feiern wir neben dem Darwin- auch das Calvin-Jahr. Mich beschäftigt eine Frage besonders, wenn ich an Johannes Calvin denke: Welchen Stellenwert hatte für diesen grossen Theologen (und Juristen) die Arbeit? Wie ich gerade auf diese Frage komme? Einerseits hat Calvin ähnlich wie Luther und Zwingli messerscharf herausgearbeitet, wie der Mensch zum Heil gelangen kann: Nicht durch irgendwelche guten Werke, sondern durch bedingungslose Gnade. Andererseits hat Calvin eine Arbeitsethik vertreten, die zwar jeglichem Selbstzweck eine Absage erteilte, aber von den Menschen trotzdem alles abverlangte. Wie können zwei so unterschiedliche Ansätze von ein und demselben Menschen stammen? Erst vor kurzem hatte ich dazu ein Aha-Erlebnis. Der Grund könnte in Calvins Prädestinationslehre liegen...

Schlechte Geheimnisse

Früher als Primarlehrer, später als „Kinderpfarrer“ und heute als Vater bemühe ich mich den Kindern einen guten Umgang mit Geheimnissen beizubringen. In allen pädagogischen Ausbildungen wird heute darauf geachtet, dass bereits den Kleinsten klar gemacht wird: Es gibt gute und schlechte Geheimnisse. Gute Geheimnisse machen mir und anderen Freude. Sie sind angenehm und tun niemandem weh. Es ist auch nicht tragisch, wenn ein gutes Geheimnis aus Versehen mal verraten wird. Die fröhliche Überraschung fällt dann halt weg. Ganz anders die schlechten Geheimnisse: Sie sind unangenehm, machen Schmerzen und können nur mit grossem Druck wirklich geheim gehalten werden. Was bei Kindern präventiv gelehrt wird, damit sie keinen Übergriffen und Missbräuchen von Erwachsenen ausgeliefert sind, könnte das Vorbild für viele Erwachsene sein. Ich denke da zuerst an den Finanzplatz Schweiz, der gerade in diesen Tagen erkennen muss, wie unangenehme und weitreichende Konsequenzen schlechte Geheimnisse haben kö...

Just buying a house

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Trotzdem - die paradoxen 10 Gebote

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von Dr. Kent M. Keith Die Menschen sind unberechenbar, unvernünftig und denken nur an sich. Liebe sie trotzdem . Wenn du Gutes tust, wird man glauben, dass Du Hintergedanken hast. Tue trotzdem Gutes. Wenn du erfolgreich bist, machst du dir falsche Freunde und wahre Feinde. Sei trotzdem erfolgreich. (...) Offenheit und Ehrlichkeit machen dich verwundbar. Sei trotzdem offen und ehrlich. Die grössten Pläne der grössten Menschen können von den geringsten und einfältigsten Menschen zunichte gemacht werden. Schmiede trotzdem grosse Pläne. Die Menschen sympathisieren mit Verlierern, folgen aber nur Gewinnern. Kämpfe trotzdem für die Verlierer. Dinge, an denen du jahrelang gearbeitet hast, können über Nacht zerstört werden. Arbeite trotzdem weiter. Manche Menschen brauchen dringend deine Hilfe, greifen dich aber an, wenn du sie Ihnen gibst. Hilf Ihnen trotzdem . Gib der Welt dein Bestes und Undank wird dein Lohn sein. Gib der Welt trotzdem dein Bestes. © Copyright Kent M. Keith 1968, re...

Freude am Effekt

Irgendwann in der klein kindlichen Entwicklung erscheint das Phänomen "Freude am Effekt". Das kleine Kind entdeckt den Zusammenhang zwischen Ursache und Wirkung. Es drückt auf ein Spielzeug, und es folgt ein Quietschen. Unsere Kinder können dann jeweils stundenlang aus Freude am Erkennen so eines Effekts an Dingen drücken, stossen, schieben, ziehen oder was auch immer. Ich habe den Eindruck, dass die Freude am Effekt nicht auf Kleinkinder beschränkt bleibt, sondern dass wir diese Freude ein Leben lang nicht verlieren. Wir erleben uns auch als Erwachsene gerne als wirksam und effektiv. Eine Grafikerin freut sich am gelungenen Plakat. Ein Schreiner ist stolz auf sein passendes Möbelstück. Die Hausfrau freut sich - immerhin kurz - über die saubere Wohnung. Und der Pfarrer ist stolz auf seine verfasste Predigt. Eigentlich ein schöner Effekt, diese Freude nach erfolgreicher und getaner Arbeit. Er gibt uns Zufriedenheit und bestätigt uns, dass wir etwas bewirken können. Aber dieser...

pastorcito in telethun.ch