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HarmoS ist nicht gefährlich!

Harmos ist für viele Eltern ein Wort der Verunsicherung geworden. Weshalb? Es wird in Verbindung gebracht mit zu früher „Einschulung“ und Verlust der Kindheit. Harmos beinhaltet mehr als den Zeitpunkt des Kindergartenstarts, aber ich nehme aus Platzgründen nur zum umstrittensten Punkt Stellung. Eigentlich ändert sich für die meisten Kinder im Kanton Bern nicht viel: Schon heute besuchen mehr als zwei Drittel der Kinder freiwillig zwei Jahre den Kindergarten. In der Regel sind sie etwa fünfjährig, wenn sie beginnen. Harmos verschiebt das Stichdatum für den Start um drei Monate nach vorne, so dass beispielsweise unser Sohn, der anfangs Jahr vierjährig wird, mit 4 ½ Jahren in den Kindergarten gehen würde. Nach bestehendem Modell könnte er im genau gleichen Alter in den Kindergarten gehen, falls wir wünschen, dass er zwei Jahre geht. Finden wir, dass es zu früh für ihn ist, geht er ein Jahr später. Was ändert sich daran nach Harmos? Nichts. Der Eintritt in den Kindergarten wird auch mit ...

Fehlerhaft führen

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Mose war ein Mörder, König David ein Ehebrecher und Petrus ein Lügner. Hätte es die Boulevard-Medien schon damals gegeben, wären diese drei biblischen Führerfiguren kaum so einflussreich und erfolgreich gewesen. Ein Bundesrat vertraut einem Mitarbeiter zu lange, entscheidet sich falsch, informiert irreführend und sofort wird von politischen Gegnern und den Medien sein Kopf gefordert. Welche Fehler kann man sich als Führungspersönlichkeit erlauben? Welchen Verantwortungspersonen schenken wir unser Vertrauen nach Fehlern wieder? Gelegenheit, über unseren Umgang mit Führung und Fehlern nachzudenken! Bill Clinton, Elisabeth Kopp oder Samuel Schmid, ihnen allen sind Fehler passiert. Ich rufe in Erinnerung, dass wir als einzelne Menschen auch Verantwortung dafür tragen, wie wir mit unseren Leitern und unserer Obrigkeit umgehen. Vor langer Zeit hat der Apostel Paulus seinem jungen Mitarbeiter Titus geschrieben: „ Erinnere sie daran, dass sie der Gewalt der Obrigkeit untertan und gehorsam se...

Animismus

Was haben das Freilichtmuseum Ballenberg und ein peruanisches Dschungeldorf gemeinsam? Seit unserem Pfarrer-Ausflug in die Miniatur-Schweiz im Berner Oberland weiss ich es. Hier wie dort fand ich Zeugen eines lebhaften Aberglaubens. Während in den alten Häusern - katholischer wie auch reformierter Herkunft - auf dem Ballenberg Äste, Rosshaare und Messer die bösen Geister fernhalten sollten, waren es beim peruanischen Jäger Schutzrituale mit Wurzeln, die ihn vor dem Schlangenbiss bewahren sollten. Animismus herrschte beidseits des Atlantiks; und heute? Wie steht es eigentlich um den Glauben an magische Rituale in unserer Zeit und Kultur? Es wird schnell klar: Ob Ogis Edelsteine im Hosensack, Frau Meiers Glücksbringer um den Hals oder des Olympia-Sportlers Ritual vor dem Start, die Schweiz ist nach wie vor fasziniert von animistischen Handlungen. Aber wie ist das unter gläubigen Christen? Sind wir völlig jenseits von Freitag, dem 13. und der schwarzen Katze? Wer in Jesus Christus seinen ...
Befreit von sich selber Freiheit ist ein Wort, das Sehnsucht weckt. Und obwohl Abraham Lincoln sagt: „Die Welt hat nie eine gute Definition für das Wort Freiheit gefunden“, meine ich: Wenn es einen Begriff gibt, mit dem wir Positives verbinden, dann ist es Freiheit: Freiheit für Unterdrückte! Freiheit für Burma! Cuba libre! Freiheit den Frauen! Free Nelson Mandela! Free Willy! Unabhängig sein, selber entscheiden können, sich frei bewegen können, keinem Zwang ausgeliefert sein, das verbinden wir gewöhnlich mit Freiheit. Selbst unsere Bundesverfassung in Artikel 10 nimmt diesen beflügelnden Begriff auf: „Jeder Mensch hat das Recht auf persönliche Freiheit.“ Albert Camus meint hingegen: „Die Freiheit besteht in erster Linie nicht aus Privilegien, sondern aus Pflichten.“ Damit spricht er die Verantwortung des Menschen für die Gemeinschaft an, die heute alles andere als selbstverständlich ist. Aber auch wer sich für andere engagiert, muss Matthias Claudius zur ...

Schattenseiten der EURO

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Ist das fair?

Es ist doch unfair, wenn die andere Mannschaft einen Spieler mehr hat! Es ist doch nicht gerecht, wenn unsere Nachbarn uns die gute Sicht verbauen! Es ist doch keine Fairness, wenn die Profis versteckt foulen! Ob bei Jugendanlässen wie am vergangenen Pfingsttreffen, ob beim Nachbarschaftsstreit vor dem Richter oder bei der bevorstehenden Fussball-EURO, immer wird Gerechtigkeit gross geschrieben. Wieso verlangen wir Menschen eigentlich immer nach Fairness? Ungerechte Behandlung oder Benachteiligung einer Partei bedeutet immer ein Stück weit zu leiden. Und das wünschen wir weder uns selber noch den meisten Mitmenschen. Gleichzeitig erwarten wir auch, dass Vergehen bestraft oder Fehler wieder gut gemacht werden. Das gehört zu unserem Rechtsempfinden auf dem Fussballplatz wie vor dem Gericht. Und auch von Gott erwarten wir Menschen, dass er gerecht ist und fair handelt. Allerdings, was wäre ein gerechtes Handeln Gottes gegenüber uns Menschen? Viele Missstände, die Menschen erdulden, kö...

Authentizität

In einem Redaktionsteam bewegen wir die Frage: Was genau bedeutet Authentizität? Ist es ein durchwegs positiver, idealer Begriff oder hat Authentizität ihre Grenzen? Gibt es ein zu viel an Authentizität? Hier meine erste These, die hoffentlich auf rege Diskussion stösst: Die Authentizität einer Person ist eine Echtheit, die als glaubwürdig, stimmig und zuverlässig erscheint.