Donnerstag, 29. November 2007

Wieder geboren?

Im Schutze der Dunkelheit, mitten in der Nacht kommt ein hoher Gelehrter der jüdischen Elite zu Jesus und sucht mit ihm das Gespräch. Jesus hatte diese Elite wiederholt wegen ihrer Heuchelei und Doppelzüngigkeit scharf kritisiert. Offenbar kommt dieser Pharisäer nicht in aller Öffentlichkeit, weil es in seinem Umfeld ein Tabu war, sich auf diesen seltsamen Wanderprediger einzulassen. Jesus selber ist bereit zum Gespräch. Für ihn spielt auch in diesem Fall die Herkunft der Person keine Rolle. Jesus fordert den grossen Theologen mit den Worten heraus: "Wer nicht neu geboren wird, kann nicht in Gottes neue Welt kommen." Nikodemus, so heisst der interessierte Mann, reagiert verwirrt. Was bedeutet das, wieder geboren werden? Jesus erklärt darauf, dass diese Aussage geistlich zu verstehen sei. "Wer durch Gottes Geist geboren wird, erhält neues Leben." Er macht dann deutlich, dass diese geistliche Wiedergeburt mit seinem bevorstehenden Tod am Kreuz zu tun hat: Jeder der dem gekreuzigten Menschensohn vertraut, wird das ewige Leben haben. Viele Menschen haben die Vorstellung, dass Gott nur wie ein Richter über den Menschen steht, um sie bei Missachtung seiner Gesetze zu bestrafen. Jesus macht im Gespräch mit diesem geistreichen Juden klar, dass Gott viel mehr ist als das. Jesus stellt Gott als Menschenfreund vor, der sich für die Menschen selber hingibt. Seine Hingabe geschieht aus Liebe zu allen Menschen. Daran will auch die kommende Adventszeit erinnern. Gottes Geschenk an uns ist Gott selber. An Weihnachten wird Gott Mensch, damit wir nicht nur neu aufleben können, sondern neu geboren werden. Möge uns das Christkind an diese Neugeburt erinnen (nachzulesen im Johannesevangelium, Kapitel 3)!

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